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19.4.2009 von TiGGa.
Meine einjährige Kolonie überrascht mich immer wieder. Ich habe mich schon auf eine Durststrecke eingestellt, wo nichts erwähnenswertes passiert. Kaum habe ich aber gestern Nacht die rote Folie hochgehoben, vielen mir die Augen raus. Was ist das bloß, was da auf dem Boden rumliegt. Etwas schwarzes, großes mit weißen Dingern an den Seiten. Ich ging näher heran, schaltete meine Tischlampe an und konnte doch tatsächlich eine vollständig ausgefärbte Nacktpuppe erkennen.

Das Ding war recht groß - etwa die Größe einer Mediaarbeiterin. Mir fiel natürlich sofort auf, dass das keine Arbeiterin sein kann. Dafür ist der Thorax zu dick, ähnlich wie bei meiner Königin. Seitlich waren die zusammengefalteten Flügel zu erkennen, die nach dem Schlupf sich entfalten, so wie man es bei Schmetterlingen kennt. Der Kopf ist vergleichsweise winzig, was nur bedeuten kann, dass es sich um ein Männchen handeln muss. Nutzlos wie sie sind, konnte ich es mir nicht erklären, warum meine Königin ausgerechnet jetzt ein unbefruchtetes Ei legen musste. Andere Geschlechtstierpuppen waren jedenfalls nicht zu erkennen. Vielleicht ein Unfall?
Lange konnte es ja nicht mehr dauern. Dessen Tarsen haben schon gezuckt, was ein Anzeichen dafür ist, das der Schlupf kurz bevor steht. Ich entschloss mich also gespannt zu warten. Aus Minuten wurden Stunden und es wollte nichts weiter passieren. Auch heute ist da noch nichts geschlüpft. Der Typ lässt sich aber wirklich viel Zeit. Jedenfalls ist es natürlich schön, dass meine Kolonie solch ungewöhnlichen Nachwuchs bekommt.

Ansonsten habe ich noch die Tupperdose mit einer größeren Plastikwanne (ähnlich wie bei meinen Honigtopfameisen) ersetzt. Ich habe dafür 2 Meter Schlauch hinter meinem Computerbildschirm auf die andere Seite des Tisches verlegt. Sofort wurde die neue Gegend gründlich erforscht. Natürlich bekamen sie die Erweiterung nicht umsonst. Ich habe ein paar Körner dort bereitgestellt, die sie dann auch brav durch den Schlauch transportiert haben. Als Ausbruchschutz habe ich Sonnenblumenöl benutzt.
A propo Ausbruch: Ich habe letztens eine kleine Arbeiterin oben auf dem Deckel entdeckt, die verzweifelt versuchte, sich durch das feinmaschige Gitter zu zwängen. Ich weiss nicht genau, wie sie ausbrechen konnte. Sie muss eine Schwachstelle in der PTFE-Barriere gefunden haben. Dann habe ich auch noch am Deckel eine Stelle entdeckt, wo die Mossgummidichtung nicht in Ordnung war. Das habe ich beheben können. Das war an der Ecke, wo die Dichtungsstreifen aneinander stoßen sollten. Da war leider ein minimaler Spalt, wo sich eine kleine Arbeiterin durchzwängen konnte. Naja, nichts schlimmes passiert. Die Arbeiterin habe ich mit der Pinzette wieder in das Becken geschmissen.
So, ich habe hier noch ein Video von der oben genannten Puppe:
Geschrieben in Messor babarus - Queen Serenity | 1 Kommentar »