Tupperdose, die Zweite

Der rasante Anstieg der Koloniegröße war für mich Ansporn genug, die Tupperdose wieder herauszukramen. Ich nahm ein Taschentuch und wischte erstmal das Pulver ab, welches ich anschließend so gut es ging per Staubsauger aufsaugte.

Als Ausbruchschutz habe ich Sonnenblumenöl per Wattebällchen aufgetragen, was nach bisherigen Beobachtungen vollzüglich funktioniert. Die Ameisen schrecken zurück, sobald sie an das Öl kommen.

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Nachdem ich dann den Schlauch wieder angeschlossen habe, dauerte es nicht mal eine Minute, bis die ersten zwei Arbeiterinnen zögerlich wieder den Schlauch erkunden.

Eine Arbeiterin erreichte tatsächlich das Ende des Schlauches und erkundete die Brotdose. Rasch fand sie ein Körnchen, welches sie direkt mitnahm. Auf der Suche nach dem Ausgang lief sie aber erst ein paar Umwege, bevor sie dann mit vollem Lauftempo gegen die Wand neben dem Schlauch knallte. Sie schaffte es aber mit Müh und Not doch noch zum Nest zurück.

Mit der Zeit kamen immer mehr Arbeiterinnen, die teilweise die Orientierung im Schlauch verloren. Einige stießen auf ein Hinderniss und wichen aus, wobei sie sich dann anschließend wieder auf dem Rückweg befanden. So kam es vor, dass einige Arbeiterinnen die Körner wieder in die Tupperbox trugen, bevor sie ihren Fehler merkten. Dies verbesserte sich nach einiger Zeit. Wahrscheinlich war am Anfang die Duftspur noch nicht intensiv genug zur einwandfreien Orientierung.

Interessant war auch, dass die Ameisen freiwillig oder auch nicht einen Zwischenlager im Schlauch errichtet haben, wo sich die Körner leicht auftürmten. Auch konnte ich einige Arbeiterinnen beobachten, wie sie die Körner im Bereich des Zwischenlagers direkt an andere Arbeiterinnen weitergegeben haben. Durch dieses etappenweise Vorgehen muss die Körnersammlerin nicht den ganzen strapaziösen Weg zum Nest zurücklegen. Die Last wird dadruch gleichmäßig auf mehrere Beine verteilt.

Leider waren noch Reste vom Talkumpulver vorhanden, die zwischen Sand und Plastikwand sich befanden. Ich merkte dies, als eine Ameise völlig weiß aus den Zwischenräumen krabbelte. Eine weitere Ameise war nur leicht bepudert. Schnell füllte ich diese Löcher mit Kies auf, damit keine weitere Ameisen ran kamen. Wie auf Drogen versuchten sie weiterhin an das weiße Zeug zu kommen, bis sie dann völlig benebelt herumtaumelten. Schließlich wurden beide immer langsamer bis sie sich nicht mehr von der Stelle rührten. Im Moment sterben sie so vor sich hin.

Deshalb plädiere ich für einen absoluten Verbot von Talkumpuder in der Ameisenhaltung!

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