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24.9.2008 von TiGGa.
Es wird täglich immer schwieriger die Temperaturen hoch zu halten. Es sind ja aber nur noch ein paar Tage bis Ende September, wo ich anfange auf normale Raumtemperatur herunter zukühlen. Damit sollte meine Messor Königin das Zeichen bekommen, langsam aber sicher die Eierproduktion einzustellen.

Ansonsten kann ich folgendes Berichten: Die Ameisen halten sich nun nicht mehr nur in den beiden Kammern ganz rechts auf. Die beiden mittleren Kammern sind zwischenzeitlich auch sehr gut gefüllt. Anscheinend wurde es ihnen in den ersten beiden Kammern zu eng. Immerhin war und ist es dort so voll, dass einige Minore unter einem Berg voller Puppen lebendig begraben wurden. Natürlich it das nur halb so wild! So oft, wie die Puppen umgeschichtet werden, haben sie immer die Gelegenheit wieder herauszukommen.
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22.9.2008 von TiGGa.
Meine Königin 1 trägt seit einer Woche ein Ei herum, welches an ihrem Gaster klebt. Weder sie selbst, noch ihre Arbeiterinnen haben bisher Notiz genommen. Ob das Ei überhaupt noch lebt bei so einer langen Zeit ohne Pflege?

Das ist aber überhaupt kein Grund zur Sorge. Die Kolonie 1 noch reichlich Puppen, Larven und Eier, die auch genügend Zeit haben sich zu entwickeln. Der Schlupf der vorhandenen Puppen sollte auch schon in wenigen Tagen beginnen. Mit 16 Arbeiterinnen ist die Brut jedenfalls bestens Versorgt.

Kolonie 2 hat zur Zeit 6 Arbeiterinnen und sitzen nach wie vor in ihrer Schmuddelhütte. Meist ist nur eine Arbeiterin im neuen Reagenzglas, um frisches Wasser zu holen. Umzugswillig sind sie aber nicht. Wir wissen ja, wie Nestreu die Art sein kann. Hat meine große Kolonie nicht auch ziemlich lange in einer total trockenen Filmdose ausgeharrt?
Folgendes Foto soll jedenfalls den Bakterienbefall des Wassertanks zeigen. Deutlich zu sehen ist eine Gelbfärbung des Wassers!

Bei Kolonie 4 laufen fünf Arbeiterinnen im Nest herum. Mehlwurmendstücke und Honig werden sehr gut aufgenommen. Ich habe zusätzlich noch Wasser außerhalb des Nestes angeboten, weil auch hier die Watte am Wassertank langsam vergammelt.
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16.9.2008 von TiGGa.
Vor ein paar Tagen begannen meine Arbeiterinnen den Kies an der Vogeltränke soweit aufzutürmen, sodass eine Verbindung zwischen nasser Watte und Boden entstand. Die Folge war, dass der Boden sich vollgesaugt hat und die Ameisen eine kleine Höhle unter der Tränke auszugraben. Ich ließ sie gewähren, da ich dadurch öfter Majorinnen hin und her pendeln sehen durfte.

Irgendwann war die Tränke natürlich leer und musste wieder aufgefüllt werden. Als ich dann das Teil öffnete, strömten mir erstmal 20-30 Arbeiterin entgegen. Ein Glück, dass sie so begnadete Kletterer sind, denn sie fielen alle sofort in die Arena.
Was mir ein wenig Sorgen macht ist das Wetter. Die letzten Tage waren sehr kalt und meine Zimmertemperatur fiel von 24°C/25°C auf nur 22°C. Da ich ja nicht nur Messor barbarus habe, musste ich bereits jetzt schon meine Heizung anwerfen. Bis in den Oktober hinein möchte ich die Temperaturen noch hoch halten. Ab dann werde ich auf 20°C herunterfahren, bis der November an der Tür klopft und ich schrittweise 16°C erreiche. Mal schauen, in wie weit die Aktivität zurückgeht.
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10.9.2008 von TiGGa.
Kolonie 2 hatte es heute in sich. Ich habe tatsächlich eine Larve dabei erwischt, wie sie selbständig zum Nestausgang kroch und dann eine kleine Runde draußen drehte. Erstens hat es mich erstaunt, dass die Larven so flott so weite Strecken zurücklegen können. Zweitens bin ich erstaunt, dass die Larve überhaupt einen Bedürfnis hatte nach draußen zu gehen. Vielleicht lag es ja an der gelben, keimverseuchten Watte oder dem gelben Wasser. Ein frisches Reagenzglas liegt ja nebenan und wird manchmal von einer einzelnen Arbeiterin besucht.

Nahrung wird aber nicht mehr aufgenommen. Auch in Kolonie 1 haben sie heute keinen Interesse an Honig gezeigt. Die Königin scheint ihre Kapazität voll ausgeschöpft zu haben, da jetzt endlich einige Arbeiterinnen ebenfalls Honig speichern. Ihr Gaster ist zwar nicht extrem angeschwollen, aber kann man auch nicht erwarten. Die Arbeiterinnen sind längst ausgehärtet und somit nicht mehr formbar. Wir müssen also auf Arbeiterin Nr. 16 warten und dann wieder viel Honig anbieten.
Ein DivX Video gibt es diesmal leider nicht, da der Host leider nicht erreichbar ist im Moment.
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7.9.2008 von TiGGa.
Meine Larven aus Kolonie 1 waren heute mit einem Mehlwurm beschäftigt gewesen. Vor allem die älteren Larven hatten ihre Köpfe in den Mehlwurm drinnen gehabt uns aßen sich satt. Kann es sein, dass diese direkte Fütterung erst überhaupt Arbeiterinnen ermöglicht, die größer als Pygmäen sind? Immerhin wissen wir ja, dass Honigtopfameisen claustral gründen und die Pygmäenlarven nur mit Nährsekreten der Königin gefüttert werden.

Da heute in der Kolonie 1 die Pygmäe Nr. 14 geschlüpft war, wollte ich wieder ein paar Honig tropfen anbieten. Vielleicht wird die neue Arbeiterin ja diesmal gefüttert. Wenn man die Ausmaße der Königin betrachtet, kann man gut verstehen, warum ich trotzdem ein wenig Angst habe, noch mehr Honig bereitzustellen. Es kann ja auch gut sein, dass weiterhin nur die Königin versorgt wird. Kann so eine Fettleibigkeit ihre Fertilität beeinflussen? Bei Menschen ist das ja so. Aber wahrscheinlich kann man Mensch und Ameise eh nicht vergleichen.

Ich gab also vier kleine Tröpfchen auf das Blatt Papier vor dem Nesteingang und ehe ich mich versah, waren zwei Pygmäen schon draußen. Nach einer Weile entdeckte ich irgendetwas dunkles in einem der Tröpfchen. Was konnte das sein? Dreck? Ich beugte mich näher heran und sah eine Larve, die sich in dem Honigtropfen windete. Pygmäen, die heran eilten, um die Larve herauszuziehen, wurden stets von dem Honigtropfen abgelenkt. So blieb mir nichts anderes übrig als selber einzugreifen und per Wattestäbchen die Larve aus der misslichen Lage zu befreien. Wie kam sie überhaupt da hinein?

Natürlich wurde weiterhin die Königin gefüttert. Ich entschloss mich erstmal nur noch Mehlwürmer anzubieten, bis die ersten größeren Arbeiterinnen da sind. Zwei große Kokonpuppen habe ich ja bei dieser Kolonie.

Kolonie 2 hat sich weiter erholt und hat seit heute fünf Pygmäen. Die Watte des Nestes ist aber ziemlich gammelig geworden. Wahrscheinlich hat dessen Geruch die Ameisen dazu verleitet ihre Toten in die Watte einzuarbeiten. Jedenfalls hat das Wasser mittlerweile einen gelbstichigen Teint, woraufhin ich zur Sicherheit ein sauberes Reagenzglas anbot.

Kolonie 4 hat weiterhin nur 3 Pygmäen. Die Arbeiterinnen haben jede Menge Kies hineingeholt, um den Larven etwas zu geben, woran sie ihre Fäden befestigen können. Ich hoffe, dass bald mehr Pygmäen schlüpfen werden.
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6.9.2008 von TiGGa.
Ich wollte unbedingt das Maximum aus meiner Fujifilm S5700 herauskitzeln und habe mir deswegen eine achromatische Nahlinse mit +5 Dioptrin gekauft.

Auf dem Bild sieht man links die alte Nahlinse, die ich bisher benutzt habe und rechts den Achromaten. Als Testobjekt musste eine kleinere Majorin herhalten:

Auch Videos sollten von der gesteigerten Qualität und Vergrößerungsfaktor profitieren. Ich stelle ab heute zusätzlich zum Youtube Video auch eine DivX Version ins Nest, die ihr, falls ihr den DivX Web Player installiert habt (http://divx.com), in hoher Qualität ansehen könnt. Am besten ihr schaltet dabei auf Vollbild.
Und hier geht es zum High Quality DivX Video.
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4.9.2008 von TiGGa.
Es ist passiert, was nicht passieren durfte. Königin 3 ist heute verstorben! Ausgerechnet heute, wo ich doch arbeiten gehen musste, konnte ich ihr nicht beistehen. Als ich in die Arena schaute, wunderte ich mich schon, warum Arbeiterin und Eier an der Decke hingen. Das Reagenzglas war total nass und meine Königin klebte an einer feuchten Stelle.

Ich holte die Königin heraus und schmiss sie in eine Feige-Wodka Mixtur, wo sich die zwei toten Pygmäen aus Kolonie 2 sich hinzugesellten. Dann kam noch die lebende Pygmäe dazu und eine frisch Verstorbene aus Kolonie 4. Die werde ich ebenfalls zur Bestimmung wegschicken.
Was soll mit den Eiern geschehen? Die konnte ich natürlich unmöglich in die Mülltonne schmeißen. Ich legte das Reagenzglas deswegen zu meiner Kolonie 1, die schnell die Witterung aufgenommen hatte. Die erste Arbeiterin brachte ein Ei in Nest, da stürmten schon die restliche Meute raus, um mitanzupacken.
Jetzt zum allgemeinen Statusbericht:
Kolonie 1 hat immernoch 13 Pygmäen. Einige Larven sind schon beachtlich gewachsen und ich habe auch eine größere Kokonpuppe, die wohl eine normal große Minorin sein wird.

Kolonie 2 hat wieder 4 Pygmäen und erholt sich von den Strapazen aus den letzten Tagen. Brut ist dort reichlich vorhanden und wenn die nasse Watte halten sollte, müsste dies eine erfolgreiche Kolonie werden.
Kolonie 4 hat ja heute eine Pygmäe verloren. Vielleicht hatte sie sich bei den Kämpfen von vor ein paar Tagen verletzt. Insgesamt sind es nun 3 Pygmäen, die sich gewissenhaft um die Brut kümmern.
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1.9.2008 von TiGGa.
Nachdem gestern die Ausreißerin aus dem Nest der Kolonie 4 geworfen wurde, habe ich sie mal zu Kolonie 2 gesetzt. Ein ganz großer Fehler! Anfangs war wie gewohnt noch Frieden. Es wurde beschnuppert und alles schien in Ordnung zu sein. Relativ spät griff dann eine Arbeiterin an. Dann noch ein und noch eine. Drei Arbeiterinnen stürtzten sich auf die Fremde, während die beiden frisch geschlüpften Pygmäen sich raushielten.
Der Kampf war zäh und zog sich über Stunden hinweg. Eine der Arbeiterinnen zog den kürzeren und starb einen fürchterlichen Tod. Daraufhin zog sich die andere Arbeiterin zurück, sodass nur noch die Fremde und eine der Nestbewohnerinnen ringten. Sie verkeilten sich ineinander und es schien niemand die Oberhand gewinnen zu können. Am nächsten Morgen starben beide den Erschöpfungstod. Deren Leichen befinden sich immer noch im Reagenzglas, während ich die andere Leiche bereits entfernen konnte. Somit hat die Königin 2 weiterhin nur drei Pygmäen.

Die Bilanz sähe besser aus, wenn ich Ausreißerin überbrüht hätte. Aber nun gut, langfristig sollte dieser Fehler hoffentlich keine Auswirkung haben.

Zurück zur Kolonie 1: Da das Nest ziemlich staubtrocken war, wollte ich beim Umzug ein wenig nachhelfen. Natürlich käme ein herausschütteln nicht in Frage, aber es gibt auch sanftere Methoden. Ich habe den Nesteingang ein wenig vergrößert, in dem ich vorsichtig noch mehr von der braunen Papiermasse entfernt habe. Tatsächlich war die Masse trocken gewesen. Diese kurze Störung war nicht der Rede wert gewesen. Von Panik war keine Spur zu sehen.
Nach ein paar Minuten schufen einige Arbeiterinnen Larven, Eier und Nacktpuppen in das Reagenzglas. Kokonpuppen blieben, auch jetzt noch, im alten Nest. Auch die Königin hat sich erst heute morgen für einen Umzug entschieden. Ich schien mit einer Taschenlampe herein und just in dem Moment verlor sie den Halt. Sie purzelte rücklings in das Reagenzglas hinein, wo sich wegen diesem peinlichen Auftritt versteckt hält. Ein guter Moment, um mal zu zählen. Wenn ich keine Ameise im alten Nest übersehen habe, müssten es 13 Pygmäen sein.
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1.9.2008 von TiGGa.
Der rasante Anstieg der Koloniegröße war für mich Ansporn genug, die Tupperdose wieder herauszukramen. Ich nahm ein Taschentuch und wischte erstmal das Pulver ab, welches ich anschließend so gut es ging per Staubsauger aufsaugte.
Als Ausbruchschutz habe ich Sonnenblumenöl per Wattebällchen aufgetragen, was nach bisherigen Beobachtungen vollzüglich funktioniert. Die Ameisen schrecken zurück, sobald sie an das Öl kommen.

Nachdem ich dann den Schlauch wieder angeschlossen habe, dauerte es nicht mal eine Minute, bis die ersten zwei Arbeiterinnen zögerlich wieder den Schlauch erkunden.
Eine Arbeiterin erreichte tatsächlich das Ende des Schlauches und erkundete die Brotdose. Rasch fand sie ein Körnchen, welches sie direkt mitnahm. Auf der Suche nach dem Ausgang lief sie aber erst ein paar Umwege, bevor sie dann mit vollem Lauftempo gegen die Wand neben dem Schlauch knallte. Sie schaffte es aber mit Müh und Not doch noch zum Nest zurück.
Mit der Zeit kamen immer mehr Arbeiterinnen, die teilweise die Orientierung im Schlauch verloren. Einige stießen auf ein Hinderniss und wichen aus, wobei sie sich dann anschließend wieder auf dem Rückweg befanden. So kam es vor, dass einige Arbeiterinnen die Körner wieder in die Tupperbox trugen, bevor sie ihren Fehler merkten. Dies verbesserte sich nach einiger Zeit. Wahrscheinlich war am Anfang die Duftspur noch nicht intensiv genug zur einwandfreien Orientierung.
Interessant war auch, dass die Ameisen freiwillig oder auch nicht einen Zwischenlager im Schlauch errichtet haben, wo sich die Körner leicht auftürmten. Auch konnte ich einige Arbeiterinnen beobachten, wie sie die Körner im Bereich des Zwischenlagers direkt an andere Arbeiterinnen weitergegeben haben. Durch dieses etappenweise Vorgehen muss die Körnersammlerin nicht den ganzen strapaziösen Weg zum Nest zurücklegen. Die Last wird dadruch gleichmäßig auf mehrere Beine verteilt.
Leider waren noch Reste vom Talkumpulver vorhanden, die zwischen Sand und Plastikwand sich befanden. Ich merkte dies, als eine Ameise völlig weiß aus den Zwischenräumen krabbelte. Eine weitere Ameise war nur leicht bepudert. Schnell füllte ich diese Löcher mit Kies auf, damit keine weitere Ameisen ran kamen. Wie auf Drogen versuchten sie weiterhin an das weiße Zeug zu kommen, bis sie dann völlig benebelt herumtaumelten. Schließlich wurden beide immer langsamer bis sie sich nicht mehr von der Stelle rührten. Im Moment sterben sie so vor sich hin.
Deshalb plädiere ich für einen absoluten Verbot von Talkumpuder in der Ameisenhaltung!
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