Archive für September 2007

Jetzt sind’s drei

Heute sind es schon drei Larven und 20+ Eier gewesen. Die ersten zwei Larven, die ich vor ein paar Tagen entdeckt habe sind bereits doppelt so groß wie die Eier. Die Dritte hingegen ist ein wenig kleiner, aber nicht viel. Man kann also darauf schließen, dass sie kurz nach meiner letzten Kontrolle geschlüpft ist.

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Drei Larven

Kurz nach dem Entfernen der roten Folie hat sie dann die dritte Larve geschnappt und sie auf den Eierhaufen gelegt. Anschließend guckte sie mich ganz böse an:

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Wenn Blicke töten könnten…

Ich schätze mal, dass das Larvenstadium etwa zwei bis drei Wochen dauern wird. Also müssen wir uns noch gut ein einhalb Wochen gedulden, bis es zur Verpuppung kommt. Die Frage ist, ob “Pygmäenlarven” sich schneller verpuppen als reguläre Larven. Immerhin sind die daraus entstehenden Ameisen kleiner als die späteren Geschwister.

Larvenschlupf

Es ist endlich soweit! Bei der heutigen Kontrolle habe ich zwei kleine Larven entdeckt. Zuerst dachte ich, dass es schon wieder nichts geworden ist, aber nachdem ich meine Lupe genommen habe, konnte ich bei den beiden eiförmigen Gebilden eine geriffelte Hautstruktur erkennen.
Von der Größe her denke ich, dass sie innerhalb der letzten 24  Stunden geschlüpft sind.

Jetzt heisst es beten, dass Isabella die beiden durchfüttern kann. Noch ist die Sache nicht ausgestanden, da es immer mal sein kann, dass sie die Larven auffuttert wegen Nahrungsmangel oder Stress. Es sind aber noch viele Eier vorhanden, von denen sie zehren kann, falls nötig.

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Larven sind unten links und oben rechts

P.S. Habt ihr schon gewusst, dass Myrmecocystus sp. am nächsten mit Lasius sp. verwandt sind?

Drei Wochen später…

Wir nähern uns der dritten Woche und es sind immer noch keine Larven zu sehen.
Der Eierhaufen ist weiterhin ansehnlich, wobei ich jedoch bemerkt habe, dass an vereinzelnten Stellen im Reagenzglas leere Eierhüllen herumliegen. Isabella hat sich also entweder an den Eiern oder den frisch geschlüpften Larven vergriffen. Ich hoffe mal, dass es nächste Woche endlich klappt.

Mir kommt auch der leise Verdacht auf, dass es sich nicht um Myrmecocystus mimicus sondern eher Myrmecocystus placodops handelt. Alleine die Bilder auf folgender Webseite zeigen ein dunkleres Rot und eine andere Thoraxzeichnung (nämlich komplett schwarz bei der Königin). Ich muss aber anmerken, dass ich nicht weiss, ob der Fotograf die Ameisen richtig spezifiziert hat.
Bei antweb.org sind hauptsächlich Bestimmungsbilder von Arbeiterinnen vorhanden, sodass eine nähere Bestimmung bei mir auch erst ansatzweise möglich wäre, wenn die Ersten geschlüpft sind.

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Isabella wacht über ihre Eier

Ich entschuldige mich schon mal für das verschwommene Bild. Wie man sehen kann, sind zwei der Eier ausserhalb des Haupthaufens. Ganz rechts an der nassen Watte sieht man auch deutlich Ameisenk*cke. ;)
Soetwas habe ich bei meiner alten Lasius niger Dame nie sehen und erleben dürfen. Hehe.

Wie dem auch sei, nächste Woche gibt es den nächsten Bericht.

Zwei Wochen später…

Es sind jetzt zwei Wochen seit der Eiablage vergangen und ich wollte mal wieder einen Statusbericht abgeben.

Queen Isabella hat weiterhin einen ansehnlichen Eierhaufen. Es sind bis jetzt aber noch keine Larven geschlüpft. Anscheinend dauert es hier länger als bei Lasius niger, wo ich nach genau zwei Wochen ja die ersten Larven erblicken konnte.
Das ist aber nicht so schlimm als die Tatsache, dass sie, als ich die rote Folie abgenommen habe, ein kleines Ei zwischen den Mandibeln hatte. Und nicht nur das! Sie hat auch noch darauf rumgekaut… Ich hoffe, dass sie nicht die ältesten Eier auffrisst, da sonst nie Larven schlüpfen werden.

Mittlerweile habe ich über Ebay drei kleine Styrodur Hartschaumplatten gekauft, die hoffentlich am Montag ankommen. Mit diesen Platten werde ich später meine Felswände in der Arena bauen. Welche Farbe ich benutzen werde, muss ich mir noch überlegen da es doch ziemlich unterschiedlich ist in der Wüste von Arizona. Mal sehe ich Bilder, wo der Sand und die Felsen rot-orange aufleuchten, auf anderen Bildern wiederum geht das ganze mehr ins triste Grau über. Vielleicht könntet ihr ja mir einen Vorschlag machen. :)

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Ich habe diesmal den Fokusbereich meiner Kamera auf ihren Thorax  legen können. Hier sieht man deutlich, wie klein dieser Bereich eigentlich ist. Die Eier sind wegen der Tiefenunschärfe, ein Problem, den man in der Makrofotografie hat, schon ziemlich undeutlich. Auf weitere Aufnahmen habe ich mich nicht eingelassen, um die Königin ein wenig zu schonen.

Haltungsbedingungen einer Honigtopfameise

Ausser dass heute mehr als 20 Eier im Reagenzglas liegen, gibt es wenig zu berichten. Ich möchte deshalb heute allgemein über die Haltungsbedingungen schreiben.

Die Honigtopfameisen, die man derzeit hier in Europa kaufen kann, kommen größtenteils aus der Umgebung von Tucson, Arizona, wo es über die meiste Zeit sehr heiss und trocken ist. Kein Wunder, dass sich dort Honigtopfameisen ansiedeln, da sie doch Meister in ihrem Fach sind. Durch Lagerhaltung während der Blütezeit, wo das Nahrungsangebot noch ausreichend vorhanden ist, können sie mit Leichtigkeit die trockenen und heissen Frühsommermonate überdauern.

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Klimadiagramm für Tucson, AZ

Wie man in der oben gezeigten Grafik sehen kann, wird es für die Ameisen von April bis Anfang Juli immer ungemütlicher. Es regnet während dieser Zeit am wenigsten und die Temperaturen steigen ihrem Maximum entgegen. Während dieser Zeit sollte man, auch wenn man ein Zimmer hat, das besonders gut Wärme speichert und deswegen heiss ist, einen Wärmestrahler auf die Arena richten. Natürlich sollte man da vorsichtig sein, falls das Nest IN der Arena liegt, da es sonst zum Hitzetod führen kann. Auch sollte man versuchen die Luftfeuchtigkeit mit Hilfe von Raumentfeuchtern zu senken.
Im Mai, Juni und Juli werden sich die Ameisen in ihre kühleren Bauten zurückziehen und von ihrem randvoll gefüllten Lager (lebende Speicherameisen) leben. Trotz Tagaktivität - die gelben Myrmecocystus mexicanus sind dagegen rein Nachtaktiv - werden sie an den heissen Tagen lieber in den Abendstunden sich rauswagen.

Ab Juli fängt dann die “Regenzeit” an, welche dann irgendwann im September aufhört. Während dieser Zeit, vorallem am Anfang, regnet es fast täglich Hunde und Katzen. Während der meist kurzen, aber heftigen Schauern, fällt die Temperatur auf 24°C. Nach den Schauern wird es wieder richtig heiss und unerträglich schwül. Während dieser Zeit kann man also die Luftentfeuchter wieder einpacken. Ob man weiterhin den Wärmestrahler benutzen soll, hängt von der allgemeinen Arenatemperatur ab.
In meinem Zimmer ist es im Sommer auch so schon 28°C heiss. In so einem Fall ist dann kein Wärmestrahler zu dieser Zeit notwendig.

Ab September fallen dann nur noch an vereinzelten Tagen im Monat Regen. Die Temperaturen bleiben noch bis November recht hoch. Erst ab dann wird es wieder mild/kühl. Das heisst, das man Ende November langsam die Zimmertemperatur senken sollte, um die Ameisen für die Winterruhe vorzubereiten. Konkret heisst dass: Heizung aus und öfter Lüften, damit die kalte Deutschlandluft ins Zimmer kommt. Was man nicht alles für seine Lieblinge macht…

Winterruhe wird dann von Dezember bis Februar gehalten. Laut Diagramm wird es Nachts wohl bei 4°C nicht so kalt wie hier in Deutschland. Tagsüber wird es zwischen 10°C und knapp 20°C auch relativ mild. Da schlage ich vor das Nest bei rund 10°C irgendwo einzulagern, damit sich die Kolonie wieder erholen kann.
Aus diesem Grund würde ich auf eine Kühlschrankhaltung verzichten, da diese doch ein wenig zu kalt sind für die Winterruhe (und evtl. der Grund für eingegangene Kolonien aus früheren Haltungsberichten?). Man sollte schon einen kühlen Keller benutzen oder wenigstens das Nest in einer Styroporbox gut isolieren, bevor man es in den Kühlschrank reinschiebt oder auf den Balkon stellen. Ob es im Schlafzimmer mit Hilfe von Kühlakkus und einer Syroporbox klappt, weiss ich nicht. Es könnte durchaus klappen, da man ja nur auf 10°C herunterkühlen muss. Ansonsten kann man auch noch einen kleinen Minikühlschrank kaufen und den seperat auf die gewünschte Temperatur einstellen.

Schließlich wird es Ende Februar wieder ein wenig wärmer, sodass man die Kolonie behutsam aus der Winterruhe “wecken” kann. Bis April kann man auf den Wärmestrahler verzichten, da es zu der Zeit noch einigermaßen mild bleibt. Hier sollte man reichlich füttern, damit die Lager wieder gefüllt werden. Zur Sommerzeit kann man das Füttern ein wenig einschränken.

Ich bin mir leider nicht sicher, ob nach der Regenzeit im Frühherbst/Spätsommer verstärkt gefüttert werden sollte wie im Frühjahr. Ich würde mich da freuen, wenn jemand darüber etwas bescheid weiss.

Fürsorgliche Mutter

Es sind bereits 8 Tage vergangen, seit ich meine Königin bekommen habe. Heute habe ich wieder die rote Folie abgenommen um die Eier zu zählen. Soweit ich mich nicht verzählt habe, sind es nun 15 Eier, wobei zwei von ihnen nicht auf dem Eierhaufen lagen sondern einzelnd direkt daneben.

Als ich die rote Folie abgenommen habe, hat sie sich schnell den großen Haufen zwischen ihren Mandibeln genommen und diesen für eine Weile herumgetragen, bis sie sich wieder beruhigt hatte. Ich habe wieder ein Foto geschossen, diesmal aber von der Seite.

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Profilfoto meiner Königin

Wie man sehen kann, hat sie kräftig an der Watte herumgezerrt um die Glaswände ein wenig abzudunkeln. Dabei muss ich bemerken, dass sie enorm viel kräftiger ist als meine alte Lasius niger Königin.

Ein dutzend frische Eier, bitte

Nach Nachfrage im Ameisenforum, ob Honigtopfameisenköniginnen empfindlich auf  Erschütteststörungen reagieren, hatte mir ein anderer Halter gesagt, dass bei ihm noch keine Eier aufgefressen wurden.
Da es jetzt schon einige Tage her ist, seit sie hier bei mir angekommen ist, habe ich mir gedacht, dass es bei mir auch gut gehen wird. Ich habe also gerade eben ein Foto geschossen.

Beim loslösen der roten Folie ist sie, aufgrund der Erschütterungen, panisch hin und her gelaufen. Ich habe kurz meine Papierabdeckung drübergehalten, damit sie sich wieder beruhigen konnte. Danach musste es schnell gehen:
Nahlinse aufschrauben (yeah, hab eine Fujifilm Finepix S700/S5700, endlich brauch ich die Lupe nicht mehr halten), abblenden, Papierabdeckung weg, ranzoomen und zack!

Es sind 12 Eier auf dem Eierhaufen zu sehen. Das Ei, dass sie ganz am Anfang hatte, liegt seit Tagen Abseits bei der trockenen Watte. Dieses Ei scheint wohl tot zu sein oder wurde von ihr schlichtweg vergessen. Es wird jetzt interessant sein, wie lange die Entwicklungsphase von Ei zur Larve dauern wird im Vergleich zu Lasius niger.

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Ein dutzend Eier (12)

Eierhaufen sichtbar

Endlich konnte ich heute einen wohlgeformeten Eierhaufen unter dem Körper meiner Königin erkennen. Es sind schätzungsweise 7 Eier, die sie gerade beschützt und pflegt. Ich kann nur hoffen, dass ihre Kraftreserven noch für diesen zweiten Gründungsversuch reichen werden. Sie hatte ja schon bei ihrer Ankunft einige Larven gehabt.

Ich denke, dass ich erst nach den Verpuppungen weitere Fotos schiessen werde. Im Moment ist das mir noch ein wenig zu riskant.

Erholung in Sicht?

Als ich heute Mittag das Stück Papier, das mein Reagenzglas vor Licht schützen sollte, kurz anhob, konnte ich durch die rote Folie vier kleine weisse Pünktchen erkennen, die verstreut im Röhrchen lagen.
Queen Isabella hat also heute Nacht für Eiernachschub gesorgt.

Zur Zeit hockt sie über eines ihrer Eier, ich mache mir aber trotzdem Sorgen, weil sie diese nicht zu einem Eierhaufen zusammen gelegt hat. Es bleibt also weiterhin spannend, ob aus allen Eiern Nachwuchs schlüpfen wird.

Ob noch mehr Eier unter ihr lagen, konnte ich nicht beurteilen. Ich wollte sie nicht weiter stressen, indem ich das Reagenzglas hochhebe. Ich muss schon sagen, dass eine Honigtopfameise vom Schwierigkeitsgrad her in einer ganz anderen Liga spielt als eine Lasius niger. Umso schöner ist aber dann auch die Erfahrung, wenn ich es geschafft habe die Kolonie aufzuziehen.

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